FRESH (deutsch)

der wildeste Supermarkt der Welt

Ein ganzheitliches Konzept, das alle Grenzen sprengt!

From: Sepp Holzers Permakultur, Leopold Stocker Verlag, 2008

  • FRESH ist das Konzept für einen lebenden Supermarkt in Städten und Wohngebieten, wo der Kunde die Produkte direkt von Hügelbeeten erntet, anstatt sie Regalen zu entnehmen.
  • Es ist ein System, das mit der Natur und nicht gegen sie arbeitet.
  • Durch die Selbsternte trägt der Kunde so entscheidend zur Produktion bei, dass die Waren in unschlagbar hoher Qualität und gleichzeitig zu unglaublich günstigem Preis erworben werden können. Die Selbsternte ist fast gratis.

Der Mensch ist das einzige Wesen auf diesem Planeten, das für seine Ernährung bezahlen muss. Alle anderen Lebewesen ernähren sich direkt von der Natur und aus dem Ökosystem, dem sie innewohnen. Wir haben viele existentielle Lebensbedingungen mit Pflanzen und Tieren gemeinsam. Wir teilen zum Beispiel Mineralien, Wasser, Luft und Sonne. Unsere Nahrung kommt von der Natur, und wir verarbeiten unsere Nahrung aus dem einzigen Grunde, um damit Geld zu verdienen. Wir ziehen unsere Nahrung auf Feldern und in Reihen an. Wir entfernen Unkraut, ernten, lagern, verpacken, transportieren und verkaufen unsere Nahrung, um sie weiter zu verarbeiten.

Das System ist aus ökonomischen Beweggründen angelegt und missachtet deshalb den eigentlichen Wert der Nahrung. Die existentiellen Lebensbedingungen der Pflanzen und Tiere sind in diesem Prozess entfernt. Die Feldfrüchte erkranken und werden dementsprechend mit chemischen Mitteln behandelt. Wenn die Ernte endlich in den Regalen der Supermärkte präsentiert wird, hat sie mit ursprünglicher Nahrung nicht mehr viel gemeinsam.

Jede Form der Verarbeitung führt zu Qualitätsminderung, gleich, ob es die Bearbeitung der Böden oder die Weiterverarbeitung der Ernte ist. Der Nährwert verfällt vom Moment der Ernte, sodass die Ware, wenn sie endlich an den Kunden ausgeliefert wird, den größten Teil ihrer Nährstoffe verloren hat.

FRESHbede

  • FRESH, ein hoch-produktives System, das frischste und gesunde Nahrung zu äußerst günstigen und stabilen Preisen anbietet
  • Ein Experimentarium für die Entwicklung zukünftiger Anbausysteme in Städten und Wohngebieten.
  • Ein Zentrum für Austausch von Erfahrungen in Anbaumethoden, Mischkulturen, der Interaktion zwischen Pflanzen und der Natur und deren Nutzen für den Menschen.
  • Ein Kursuszentrum für Schulen, Institutionen, Gesellschaften, Firmen, Nachbarschaften und Familien.
  • Mit Kursen in Zubereitung von Speisen, Ernährung, Kräuter, Medizin, Kosmetik, Anbausystemen, und dem Wissen über Pflanzen von A bis Z.

Die Etablierung

From: Sepp Holzers Permakultur, Leopold Stocker Verlag, 2008

  • Eine Hügelbeetlandschaft in einem Waldgarten für intensiven Anbau und Selbsternte.
  • Die Gestaltung einer Landschaft für das praktische Erleben von Pflanzen und Tieren, gesunde Ernährung und Medizin.
  • Die buchstäbliche Erfahrung vom Anbau mit der Natur, die Entdeckung alter und neuer Früchte in einem Miteinander der Pflanzen- und Tierwelt, wo der Mensch Teil des Systems wird.

Die grundlegende Etablierung

  • Import von Holz (zum Teil als Baumstämme, zum Teil als Holzschnitzel) und Pilzmycel, als Basis für die Konstruktion der Hügelbeete und für das Einleiten von Bodenbildungsprozessen.
  •  Anpflanzung eines Waldgartens und das Anpflanzen von schnell wachsenden Bäumen zur nachhaltigen Produktion von Biomasse.
  •  Etablierung eines artenreichen Samensortiments durch Kontakt zu Züchtern und Sammlern.

Fra: Sepp Holzers Permakultur, Leopold Stocker forlag, 2008

Alternative Modelle für die Finanzierung

  • Beantragung von Geldern für die Anstellung professioneller Gärtner und die Realisierung der Hügelbeete.
  • In Kooperation zwischen Gemeinden und Bürgern in Form eines sozial-ökologischen Projektes, oder als Aktivierungsprogramm für Arbeitssuchende.
  • Durch Kurse und die aktive Mitwirkung von Teilnehmern beim Aufbau.
  • Als Eigeninitiative und die konsequente Umsetzung menschlicher und lokaler Ressourcen.

Die Mission

Produktion von Nahrungsmitteln braucht keine fossile Energie, Pestizide oder künstliche Düngemittel. Die gesamte Produktionskette bis zum Konsumenten kann ohne fossile Brennstoffe vor sich gehen.

Gesundheit bedarf nicht moderner Medizin, sondern gesunder Ernährung; gesunder Früchte, angebaut unter gesunden und natürlichen Bedingungen.

Kein anderes Produktionssystem in Dänemark kann zu diesem Zeitpunkt diese Vorteile miteinander vereinen. Nur radikale neue Konzepte, wie FRESH, können und werden die notwendige Nachhaltigkeit in der Produktion von Nahrung und der Gesundheit der Menschen garantieren.

Die ganzheitliche Betrachtung von Ernährung schafft Kultur.

FRESH soll die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung und Verbreitung von Anbausystemen schaffen. FRESH soll zur Inspiration für soziale Unternehmer und Firmen werden, die soziale Ökologie und nicht konventionelle Ökonomie im Blick haben.

FRESH wird zum Nutzen für die gesamte Gesellschaft. FRESH garantiert die Produktion von Nahrungsmitteln und schafft Sicherheit, unabhängig von der ökonomischen Situation.

Die Vision

FRESH schafft ein Ökosystem mit Pflanzen, Tieren und Menschen. Kinder erfahren die existentiellen Lebensbedingungen, die ihnen der Garten bietet.

Paradies kommt aus dem Persischen und bedeutet eingezäunter Garten. Wenn der Garten entsprechend ausgestattet ist, beinhaltet er alle existentiellen Lebensbedingungen.

FRESH bietet Unterricht in Ganzheitsbetrachtung. Wir erfahren die Lebensbedingungen von Pflanzen, Tieren undMenschen und wir lernen über Ökologie, als nachhaltige Alternative zur Ökonomie.

Wissen und neue Erkenntnisse werden in einem laufenden und integrierenden Prozess angesammelt und durch aktive Fachberatung an ein breites Publikum vermittelt.

Das Anbausystem

Pflanzen wachsen in der Natur nicht isoliert von anderen Arten, stehen weder in Reihe noch in einer Monokultur. Pflanzen sind von Natur an Nachbarn gewöhnt und haben im Laufe der Evolution Freunde, Feinde und Kooperationspartner gefunden.

Einige Arten sind so abhängig voneinander, dass sie nur in Gemeinschaft miteinander leben können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch ganze Gruppen von Pflanzen, die in gegenseitiger Anwesenheit voneinander profitieren.

Die Familie der Schmetterlingsblütler z.B. fixiert, zusammen mit symbiontischen Bakterien, Stickstoff direkt aus der Luft. Andere Pflanzen hingegen sind sehr effektiv im Assimilieren von Kohlenstoff durch ausgeklügelte Mechanismen in ihrer Photosynthese.

Beide Gruppen von Pflanzen können die Produkte ihrer Assimilation über die Erde oder sehr effektiv direkt über ein Netz von Pilzmycelium miteinander austauschen.

Darüber hinaus gibt es weitere Mechanismen von Pflanzen zum Austausch von Wasser, Licht und anderen Nährstoffen.

Die Evolution hat zu spezifischen Unterschieden zwischen Pflanzen geführt, auch um Konkurrenz zwischen ihnen zu vermeiden. Die meisten Pflanzen gedeihen nicht in Monokulturen, sondern sind von Natur aus bestimmt mit anderen Arten zu kooperieren. Es gibt unzählige solcher Kooperationsmechanismen, von denen wir nicht mal ahnen, dass sie existieren. FRESH kann neue Beobachtungen machen und neues Wissen erschließen.

Wir werden das komplexe Zusammenspiel der Organismen nur beobachten können, wenn wir es den Pflanzen in unseren Anbausystemen ermöglichen.

Mischkulturen sind eindeutig vorzuziehen, wenn wir gesunde Nahrungsmittel anzubauen wollen.

Kulturpflanzen versus Unkräuter

FRESH soll unsere Beziehung zur Ernährung herausfordern und Begriffe wie Kulturpflanze und Unkraut aufs Neue definieren. Manche unserer sogenannten Unkräuter sollten als Wunder der Natur erkannt werden.

Pflanzen, die wir typischerweise Unkraut nennen, haben ihre Funktion im Ökosystem. Es ist ein großer Fehler diese Pflanzen mit Kraut und Wurzeln aus dem System zu entfernen. Es geht vielmehr darum, mit allen Pflanzen zu arbeiten, derart, dass sie dem System bestmöglich zu Nutzen kommen.

Die Brennessel ist Beispiel für eine der am meisten ignorierten Wunder der Pflanzenwelt. Brennesseln akkumulieren viele verschiedene Nährstoffe aus dem Boden wie zum Beispiel Schwefel, Stickstoff, Kalzium, Kalium, Eisen und Kupfer. Brennesseln beinhalten viele Mineralien und Vitamine (A, C) und sind gleichermaßen gut für Mensch und Boden. Die Brennessel wirkt Blut-, Nieren-, Leber- und zellreinigend. Aber Brennesseln können auch zur Oberflächenkompostierung genutzt werden, indem man den krautigen Teil der Pflanze pflückt und direkt auf den Boden zwischen andere Pflanzen zurücklegt. Die angesammelten Nährstoffe werden dann dem Boden zurückgeführt und unterstützen den natürlichen Aufbau einer gesunden Bodenstruktur. Die Brennessel ist gesund für das gesamte Ökosystem.

Gesund im weitesten Sinne. Ein Extrakt aus Brennesseln kann als flüssiger Dünger, aber auch als Bekämpfungsmittel gegen Blattkrankheiten anderer Pflanzen verwendet werden.

Brennesseln finden Verwendung als Nahrungsmittel, Medizin und als Faserpflanze. Darüber hinaus haben sie wichtige Funktionen in der wilden Natur. Mehr als 30 Arten von Insekten ernähren sich von Brennesseln und viele Spinnen sind von ihnen abhängig in der Ernährung und als Wohnraum.

Das Mycelium

Pilze sind eine große Gruppe lebender Organismen, die sich vom Abbau organischer Substanzen ernähren. Pilze sind uns bekannt durch die sichtbaren Fruchtkörper, die sie in feuchten Jahreszeiten ausbilden. Ihr ausgedehntes Netz von Mycelien, das den Boden auf der Suche nach verdaubaren, organischen Resten durchdringt, ist dem Betrachter meist verborgen.

Das Mycelium der Pilze ist vergleichbar mit dem natürlichen Internet der Erde. Einzelne individuelle Pilze zählen zu den größten Lebewesen auf unserem Planeten, und haben sich auf Flächen von mehreren hundert Hektar ausgebreitet. Mycelien transportieren und verteilen Nährstoffe und machen sie zugänglich für Bakterien und Pflanzen. Mycelien bauen giftige Stoffe ab, absorbieren Schwermetalle und schaffen auf diese Weise gesunde Ökosysteme mit Lebensbedingungen für viele andere Organismen. Pilze reinigen und regenerieren Ökosysteme von Grund auf, sowohl nach natürlichen als auch nach menschengeschaffenen Katastrophen.

Eine Untergruppe von Pilzen, die auch als saprophytische Pilze bekannt sind, sind dazu in der Lage, eine breites Spektrum der giftigsten, synthetischen Stoffe in unserer Umwelt abzubauen. Beispiele hierzu sind Dioxin, PAHs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), PCBs (polychlorierte Biphenyle) oder auch der Sprengstoff TNT. Diese Mycelien können sämtliche Fraktionen von Rohöl samt vieler Produkte, die auf Öl basieren, abbauen. Darüber hinaus nehmen Mycelien spezifischer Pilze die Schwermetalle Quecksilber, Kadmium, Kupfer und Blei sowie Verunreinigungen von Arsen und radioaktivem Cäsium auf.

Das Mycelium ist ein dynamisches Netzwerk, das mit anderen Organismen kommuniziert, Nährstoffe über lange Wege verteilt und transportiert, und giftige Stoffe unzugänglich für andere Organismen verpackt. Viele Pilze sind aufgrund ihrer Eigenschaft, giftige Mengen an Schwermetallen in ihren Fruchtkörpern zu konzentrieren, als giftig bekannt.

Eine natürliche Bodenstruktur ist die Vorraussetzung für die Re-Etablierung dieses intelligenten Systems. Bodenbearbeitung stört die Entwicklung des Myceliums und des natürlichen Immunsystems des Bodens und setzt verschlossene Gifte wieder frei.

Es leuchtet ein, dass die Bodenqualität nicht mit Hilfe von Elementaranalysen des Bodens bestimmt werden können. Der Boden ist ein komplexes Ökosystem mit toten und lebenden Organismen in einem dynamischen Prozess. Der gesunde und natürliche Zustand des Bodens ist dafür verantwortlich, ob und wieviel Gift von der Vegetation aufgenommen wird. Die eigentliche Bodenqualität kann deshalb nur über die Qualität der Pflanzen bestimmt werden, die auf ihm wachsen, an deren Inhalt an lebenswichtigen Mineralien versus giftigen Kontaminationen.

Es ist ebenso einleuchtend, dass eine natürlich aufgebaute Bodenstruktur nicht alljährlich durch Bodenbearbeitung gestört werden darf. Deshalb sind permanente Mischkulturen abermals die beste Methode für den Anbau von Pflanzen.

Biochar

Bis zur Entdeckung des amerikanischen Kontinents existierte im Amazonasbecken eine der größten Agrarzivilisationen.

Das Volk der Chibcha praktizierte dort eine Methode, die als ‘slash and char’ bekannt wurde, um in dem tropischen Klima dauerhafte Kulturen zu schaffen. ‘Terra preta’, die Böden, die aus dieser Kultur stammen, sind bis heute, 500 Jahre später immernoch stabil und äußerst fruchtbar.

Char, oder auch Biochar, ist Kohlenstoff und Produkt einer fraktionierten Verbrennung, in der die Biomasse nicht bis zur Asche verbrannt, sondern zunächst erhitzt wird. Die hierbei austretenden Gase verbrennen im Kontakt mit Luftsauerstoff vollständig und sehr effektiv, während etwa die Hälfte der Trockenmasse als Kohlenstoff zurückbleibt.

Biochar hat eine gigantische Oberfläche, die Lebensraum für Pilze und Bakterien bietet, Feuchtigkeit hält und sowohl Nährstoffe als auch Giftstoffe bindet.

Das Beimengen von Biochar in den Boden trägt zur Bindung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre bei und kann die Fruchtbarkeit des Bodens verbessern. Das wiederum kann das Pflanzenwachstum und damit die Assimilation von CO2 weiter stimulieren.

Biochar kann aus allen möglichen biologischen Materialienund mit einfacher Technologie hergestellt werden. Biochar hat viele potentielle Anwendungen und kann beispielsweise im Fundament von Hügelbeeten als Filter beigelegt werden, um ungewünschte Verunreinigungen von aufsteigendem Grundwasser aus den Beeten fernzuhalten und gleichzeitig das Auswaschen von Nährstoffen zu verhindern.

Gesundheit, Körper, Seele und Geist

FRESH – Gegen alle chronischen Krankheiten, einschließlich Depression, Stress und Verausgabung. Dein Körper ist dein Tempel. Ein gesunder und funktionierender Körper ist existentiell für eine gesunde Seele und einen gesunden Geist.

Wir sind genetisch dazu angelegt, in und aus der Natur zu leben. Im Laufe der Evolution hat der Mensch Nahrung direkt aus der Natur aufgenommen, und unser Körper braucht deshalb Nährstoffe, die wir im Wesentlichen über die Pflanzen aus dem Boden erhalten.

Krankheiten sind Mangelerscheinungen. Wird der Körper nicht mit den existentiellen Mineralien und Vitaminen versorgt, weist der Körper Symptome auf, die wir in der modernen Medizin mit Medikamenten behandeln. Wenn man hingegen nicht die Symptome, sondern deren Ursachen ergründet, kann der Patient in der Tat geheilt werden. Die richtige Ernährung aktiviert dann die körpereigenen, natürlich heilenden Mechanismen.

Darüber hinaus gibt es ein Reihe von Kräften (z.B. die Liebe), die für uns Menschen nicht quantitativ erfassbar sind. Experimente haben gezeigt, dass menschlicher Kontakt, Stress durch Heavy-metal Musik oder agressiver Umgangston, Pflanzen in ihrer Entwicklung beeinflussen. Missgeachtete Pflanzen entwickeln Stresssymptome und sind in ihrer Entwicklung gehemmt. Werden Pflanzen hingegen mit ”positiver” Energie behandelt, sind sie physiologisch und visuel gesund und entwickeln sich besser. Andere Versuche haben gezeigt, dass Pflanzen in ihrer Entwicklung darauf reagieren, ob sie automatisch oder von Menschenhand bewässert werden. Der mittelbare Kontakt mit dem Menschen hat einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Pflanzen.

Dem Garten wird seit Menschengedenken eine heilende Funktion zugeschrieben. Der Zusammenhang erschließt sich aus der Evolution des Menschen. Der Garten beinhaltet alle unsere existentiellen Lebensbedingungen, und wir erkranken, wenn wir aus dem Garten und damit aus der Natur entfernt werden.

FRESH verdens vildeste supermarket